25 Okt 2007
Die protektionistische Haltung deutscher Politiker in Sachen Glücksspiel und Staatsmonopol ist schon lange bekannt. Schon mehrere Male hat die Europäische Kommission Deutschland deswegen gewarnt. Nun fragt man sich aber, ob der durchschnittliche Deutsche eine liberalere Glückspielindustrie bevorzugt? Laut einer Studie, die im Newsletter Interactive Gaming News publiziert wurde, schein das nicht der Fall zu sein: Die vom Deutschen Lotto und Totoblock durchgeführte Studie zeigt, dass nur ca. 10% der Deutschen eine liberalere Glücksspielindustrie möchten.
Obwohl die Studie nur 1.013 Teilnehmer befragte, gibt es ein paar interessante Schlussfolgerungen: Wie gesagt, nur etwa 10% finden, der Glücksspielmarkt sei nicht liberal genug. Dagegen findet man 76%, die eine staatliche Involvierung befürworten. 61% der Befragten meinen, das Glücksspielen und die relevante Werbung sollte minimalisiert werden. Nur 1% wollten mehr Glückspielprodukte.
Eigentlich sind die Resultate nicht sehr erstaunlich. Die meisten Deutschen glauben, dass ein staatliches Engagement des Staates zu einem sicheren Glücksspielen führe als wenn es private Unternehmen betreiben. Aber den wirklichen Wert dieser Studie kann man nur schwer einschätzen, ohne dass man die genaue Fragen kennt, ohne dass man weiß, wie man die Befragten ausgesucht hat und ohne dass man mehr Informationen dazu bekommt. Die Studie wurde kurz vor dem Unterzeichnen eines zwischenstaatlichen Lotterievertrags publiziert, und das wirft Fragen über ihr wirkliches Ziel auf. Laut Vertrag ist abgesehen von Pferderennen jegliches Glücksspielen - ob im Online Casinobereich oder in der Sportwettenindustrie - verboten. Gleichzeitig wird das Staatsmonopol bis Ende Jahr 2012 verlängert. Jedenfalls wird noch viel darüber debattiert werden, da viele behaupten, es kollidiere mit den Grundlagen der Europäischen Union.
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